Schutzzonen


Seltene Pflanzen, Tiere und besondere Landschaften benötigen Schutz. Es ist wichtig die Schutzzonen und die Gründe dafür zu kennen.


HERDENSCHUTZ

Neben den Wildtieren reisst der Wolf, bei günstiger Gelegenheit, oft auch Schafe und Ziegen. Deshalb schützen Hirten und Züchter ihre Tiere mit Elektrozäunen und Herdenschutzhunden. Herden mit Schutzhunden sind zum Beispiel im zuhinterst im Bargistal und auf Alp Mora anzutreffen.


Für Biker und Wanderer gilt es bei Anwesenheit von Herdenschutzhunden ein paar Regeln zu beachten um unangenehme Erlebnisse zu vermeiden:

Ruhig gehen, nicht rennen.
Wanderwege auf Weiden nicht verlassen.
Ruhig und unauffällig in sicherer Distanz von 20-50m an den Herden vorbeigehen.
Fahrradfahren sollten bei herannahen eines Herdenschutzhundes absteigen und ruhig weitergehen.
Hunde an der Leine führen.


Weitere Informationen zum genauen Verhalten bei Herdenschutzhunden finden Sie hier

MUTTERKUH

Naturnahe Nutztierhaltung in den Alpen führt dazu, dass sich Wanderwege und Weiden oft kreuzen. Vor allem Mutterkühe haben einen ausgeprägten Schutzinstinkt. Wandernde, die sich dessen nicht bewusst sind können gefährliche Situationen auslösen. Deshalb dazu folgende Verhaltensregeln:

Wanderwege auf Weiden nicht verlassen
Tiere in Ruhe lassen und Kälber auf keinen Fall streicheln
Ruhig und unauffällig in sicherer Distanz von 20-50m an den Tieren vorbeigehen
Hunde an der Leine führen und im Notfall loslassen
Bei herannahmen der Tiere: Ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren und die Weide langsam verlassen.


Laden Sie den kompakten Informationsflyer zu Mutterkühen auf Wanderwegen hier herunter.

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Beachten Sie die Warntafeln bei den Tieren.


HOCHMOOR

Kein anderer Lebensraum wurde in den letzten 150 Jahren derart beeinträchtigt wie Gewässer und Feuchtgebiete. Heute zählen sie zu den für die Natur wertvollsten Gebieten. Sie beherbergen eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. So ist beinahe die Hälfte aller bedrohten Pflanzenarten der Schweiz auf Feuchtgebiete angewiesen. Aus diesem Grund stehen die letzten noch Intakten Gebiete heute unter Naturschutz.

Eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung befindet sich auch auf dem unteren Segnesboden. Moorlandschaften sind insbesondere gefährdet durch Freizeitaktivitäten. Zum Schutze dieser Lebensräume ist es besonders wichtig möglichst die offiziellen Wege nicht zu verlassen. Pflanzen dürfen nicht gepflückt werden.


PFLANZENSCHUTZ

Jedes Jahr aufs Neue, dürfen wir uns an den schönsten Alpenblumen erfreuen. Dieses Erlebnis kann sich auf die Dauer nur wiederholen, wenn wir beim Pflücken von Blumen masshalten.

Im Kanton Graubünden ist deshalb ein Pflanzenschutzgesetz erlassen worden. Danach dürfen bestimmte Pflanzen nicht gepflückt werden und von einigen Sorten nur bis drei Stück. Von den Übrigen, im Gesetz nicht namentlich erwähnten Alpenpflanzen, die ihre Hauptverbreitung auf ungedüngten Bergwiesen haben sowie Knollen- und Zwiebelgewächsen und Blütenpflanzen der Sümpfe, Moore und Seeufer, dürfen höchstens bis zehn Stück gepflückt werden.



Einzelheiten sind auf den Plakaten ersichtlich, welche an zahlreichen Stellen angeschlagen ist. Das Pflücken in Gruppen oder Gesellschaften ist untersagt. Die rote Alpenrose ist von diesen Einschränkungen ausgenommen.

NATURWALDRESERVAT

Naturwaldreservate sind die Urwälder von Morgen. Es sind Waldflächen, in welchen der Schutz zur Artenvielfalt besonders wichtig und wertvoll ist. Unter anderem können in ihm die selten gewordenen Auerhühner heimisch sein. Der Wald wird sich selber überlassen und nicht bewirtschaftet.

Waldreservate werden durch einen Vertrag zwischen dem Waldeigentümer und dem Kanton sowie Pro Natura langfristig gesichert. Hier hat die Natur zu sagen:

Wo früher die alte Talabfahrt von Nagens nach Flims führte, befindet sich seit 2009 ein 81 hecta grosses Naturwaldreservat. Über 90 hecta umfasst das Naturwaldreservat Spund da Zir östlich von Sagogn am Abhang gegen den Vorderrhein.


Besonders ist die Waldgesellschaft von Erika und Föhre. Seit 2012 ist auch entlang der Rheinschlucht bei Conn ein Reservat von fast 70 hecta entstanden.

Es gelten folgende Regeln:

Keine Holznutzung
Jagen von Tieren sowie das Sammeln von Pilzen und Beeren ist im Rahmen der geltenden Gesetze erlaubt
keine Feuerstelle und kein Sammeln von Feuerholz

 

FISCHFANG

Gross wie Lachse, wandern die Bodensee-Seeforellen (Rheinlanken) jedes Jahr wieder zu ihren Laichplätzen auch in die Rheinschlucht. Dies war nicht immer so. Ende der 80-iger Jahre war die Bodenseeforelle vom Aussterben bedroht. Gewässerverschmutzung, zu wenig Restwasser und Schwall-Sunk bei Wasserkraftwerken, unzureichende Fangvorschriften und die Verbauung der Zuflüsse, in welche die Fische jeden Herbst hineinwanderten um sich fortzupflanzen, hatten ihren Tribut gefordert. Vor mittlerweile zwanzig Jahren wurden erste Massnahmen zur Rettung der Bodenseeforellen eingeleitet. Dank aufwändiger Renaturierung von Gewässern, Aufheben von Fischwanderhindernissen (Fischtreppe Kraftwerk Reichenau) und fachmännische Unterstützung bei der Fortpflanzung durch den Menschen, schaffen jedes Jahr wieder mehr Fische den Weg vom Bodensee zu ihren Laichplätzen im Vorder- und Hinterrhein.

Das Fischereirecht im Kanton Graubünden wird seit 1903, mit Ausnahme einzelner Privatrechte, durch das Patentsystem verliehen (Kantonsregal). Durch die Entrichtung einer Gebühr an den Kanton steht es jeder Person ab dem 14. Altersjahr frei, die Fischerei an den meisten Gewässern in Graubünden auszuüben.

Fischereipatente können am Schalter Dienstag bis Samstag: 10:00 bis 17:00 Uhr beim Bündner Naturmuseum (BNM), Masanserstr. 31, 7000 Chur oder nach telefonischer Vereinbarung zu Bürozeiten bei den Fischereiaufsehern in den Fischereibezirken gelöst werden.


VOGELSCHUTZ


Die stark gefährdeten Vogelarten Flussregenpfeifer und Flussuferläufer sind in der Ruinaulta heimisch. In der Schweiz brüten nur noch ca. je 80 bis 120 Paare der beiden Arten, einige davon in unserer Region. Von April bis Juli finden auf den Kiesbänken am Flussufer und auf den Inseln die Eiablage, Bebrütung und Führung der Jungen statt. Menschliche Störungen in dieser Zeit können die Brut gefährden. Bitte beachten Sie die Schutzgebiete entlang der Rheinschlucht und respektieren sie das Betretungsverbot.


PILZSCHUTZ


Weil Pilze zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichtes beitragen, sind beim Sammeln von Pilzen die kantonalen und kommunalen Pilzschutzverordnungen zu beachten. Über 120 einheimische Schweizer Flechten- und Pilzarten stehen auf den Roten Listen der gefährdeten Arten und sind unmittelbar vom Aussterben bedroht. Die Beachtung folgender Regeln trägt dazu bei, den Pilzbestand zu schonen.

Pilzschonzeit vom 1-10 jeden Monats. Während dieser Zeit ist jegliches Sammeln von Pilzen verboten.
Das Sammeln in Gruppen mit mehr als drei Personen (ausgenommen Familien) ist nicht erlaubt.
Es dürfen keine Geräte für das Sammeln von Pilzen eingesetzt werden.
Pro Person dürfen maximal 2 Kg gesammelt werden.


Zusätzlich zu den Sammelvorschriften sind Pilzschutzgebiete ausgeschieden. In diesen dürfen keine Pilze gesammelt werden.

Weitere Informationen und Beratung erhält man bei der Pilzberatung Surselva.