Der Flimser Bergsturz

Der Flimser Bergsturz fand vor 9480 - 9430 Jahren statt.

Das Flimser Wahrzeichen - der Flimser Bergsturz

Entstehungsgeschichte

Der Flimser Bergsturz fand vor 9480 - 9430 Jahren statt. Er ist mit einem Volumen zwischen 9 km³ und 12 km³ das grösste alpine Bergsturzereignis und weltweit eines der grössten derzeit bekannten Bergsturzereignisse überhaupt.

Die Anrissstelle liegt auf etwa 2'700 m ü. M., Flims liegt auf rund 1'100 m und das zugeschüttete glaziale Trogtal auf etwa 600 m. Die Sturzmasse bestand aus Kalken, die 300 bis 500 Meter mächtig waren und auf einer Gleitbahn von 20° bis 25° abrutschten. Der Talgrund dürfte um 1'500 Meter breit gewesen sein. Die Trümmer türmen sich bis zu 750 Meter darüber auf und bedecken eine Fläche von gut 52 km².

Auf dem Übergang der Gleitfläche im Norden zur Schuttmasse im Süden liegt der Ferienort Flims auf rund 1'100 m. Nördlich von Flims ragen Felswände bis 350 Meter hoch, und im Süden liegt eine dicht bewaldete, unübersichtliche Hügellandschaft mit Seen und einer wilden Schlucht, der Rheinschlucht.

 

Bergseen rund um Flims Laax Falera

Seenlandschaft

Durch den gewaltigen Bergsturz entstanden sieben Bergseen: Tuleritgsee, Caumasee, Prau Pulté, Lag Grond (Laaxersee, 1016 m), Lag digl Oberst (970 m), Crestasee, Lag Tiert. Seit Ende des 19. Jahrhunderts verlandet und total verschwunden ist der Lag Setg südlich von Laax.

In zahlreichen Forschungen wurde die Abhängigkeit von Prau Pulté, Tuleritg und Caumasee bestätigt. Ausserdem wurde 1935/36 festgestellt, dass auch in die Isla am Rhein, gegenüber der Einmündung des Safierbaches, Wasser aus dem Caumasee fliesst. Die Durchlaufzeit von Prau Pulté - Tuleritg - Caumasee - Isla beträgt etwa vier bis fünf Tage.

Lag Tíert, 1100 m.ü.M.

Dieser kleine, kreisrunde See - sein Name bedeutet: der abgedrehte See - liegt an der Grenze zwischen Flims und Laax, ganz dicht neben dem Laaxerbach. Die Quelle dieses Sees liefert in einer Minute bis 60'000 Liter Wasser.

Laaxersee, 1016 m.ü.M.

Der Laaxersee (Lag Grond) mitten im Dorf auf 1016 m.ü.M. ist ca. 5 ha gross und durchschnittlich 4.5 Meter tief. Ein schöner Schilfbestand säumt das Ufer.«Ils lags» ist romanisch für «die Seen» - insofern hat der See inmitten des Dorfes wesentlich zur Namensgebung von Laax beigetragen. Die Badeanlage des Laaxersees besteht aus einer grosse Liegewiese mit Bäumen, einem Sprungbrett, einem abgetrennten Kinderbad-Teil, einem Floss mitten im See und einem Kiosk.

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Prau Pulté, 1122 m.ü.M.

Dieser geheimnisvolle, kleine Waldsee - der See an der Sumpfwiese - ist der erste und höchstgelegene der drei zusammenhängenden Bergsturzseen. Er ist an der tiefsten Stelle sechs Meter tief. Sein Überlauf fliesst in den Tuleritgsee und danach in den Caumasee. Das Wasser des Prau Pulté ist nicht klar, sondern schimmert gräulich und grünlich.

Tuleritgsee, 1015 m.ü.M.

Das ist der sichelförmige See «an der Föhrenwiese». Er hat einen offenen Zufluss, und er füllt sich im Frühling, sobald sich der Prau Pulté gefüllt hat, innert rund drei Tagen aus dessen Überlaufwasser. Der See ist seicht, oft weniger als einen Meter tief und erreicht einzig in der östlichen Partie zwei bis drei Meter Tiefe. Im Verlaufe des Monats August beginnt der Rückgang des Wassers. Im Herbst trocknet er ganz aus, Der Abfluss ist jedoch unsichtbar. Auf unterirdischen Wegen fliesst das Wasser dem Caumasee zu.

Caumasee, 997 m.ü.M.

Auf Romanisch «Lag la Cauma» genannt, was «Mittagsruhe» bedeutet, ist der Caumasee die Perle von Flims.

Er misst in der grössten Länge 625 Meter und in der grössten Breite 325 Meter. Die Wassertemperaturen liegen bei ca. 17-24 Grad. Diese nimmt jedoch in der Tiefe rasch ab. Zu- und Ablauf des Sees sind unsichtbar.

Der Caumasee bildet ein Fenster auf das Grundwasser und spiegelt somit dessen Schwankungen wider. Die Hauptspeisung erfolgt aus dem Pultébach, der den See um ­5 Meter steigen lässt. Daneben wird der See durch lokalen Niederschlag gespiesen, das kann zu Schwankungen bis zu einem Meter führen.

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Crestasee, Trin, 844 m.ü.M

An der östlichen Grenze zwischen Flims und Trin liegt der «See am Waldgrat». Er ist 375 Meter lang und 180 Meter breit. Die grösste Tiefe wird etwas nördlich der Mitte mit etwa 14 Metern gemessen. Er hat einen sichtbaren Abfluss, jedoch einen unsichtbaren Zufluss. Er wird von versteckten Quellen zu allen Jahreszeiten reichlich genährt, sodass er den Blick immer in seine blau-grüne Tiefe freigibt. Der Wasserpegel verändert sich im Jahresablauf kaum. Der See ist im Inventar der geschützten Naturdenkmäler von regionaler Bedeutung im Kanton Graubünden verzeichnet.

Mehr Infos zum Badesee Crestasee

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Karstsystem

Von den vier Bergseen, die sich in der näheren Umgebung von Flims finden, ist der Caumasee angesichts seiner Grösse und charakteristischen Farbe sicher der attraktivste. Zwischen 2003 und 2007 sank jedoch der Seepegel deutlich ab und erreichte die Minimalwerte der bisherigen Messperiode.

Der Gemeindevorstand Flims hatte Ende 2005 das Schweizerische Institut für Speläologie und Karstforschung, in der Folge SISKA genannt, beauftragt, die hydrogeologischen Verhältnisse der Region Flims abzuklären. Damit sollte die Rolle des Tunnels beim Absinken des Caumaseepegels bestimmt werden.

Der vorliegende Bericht ist für die breite Öffentlichkeit bestimmt und sollte allgemein verständlich sein. Für Fachleute und weitere Interessierte steht ein umfassender Bericht bei der Gemeinde Flims zu Verfügung.


Karstsystem Flims (pdf)


Weitere Informationen zur Hydrologie des Gebietes von Flims finden Sie auf der Webseite der Gemeinde Flims